Arco: Mandrea-Wand – „Soleado“ (7a)

Mehrseillängentour an der Mandrea-Wand „Soleado“; 7a, und zwei A0 Stellen. 14 Seillängen.

Mandrea-Wand im Laghel
Mandrea-Wand im Laghel

Die ersten Meter dieser schönen Tour im Laghel hinter Arco im Sarcatal führen über einen Baum(!) und an einem alten Schlaghaken mit brüchiger Schlinge vorbei zum ersten Bolt. Danach folgt eine erstmal unangenehme Sequenz über eine Wand mit abschüssigen Griffen und Tritten, und im oberen Teil staubigen Flechten, bis Stand auf einem Band an einem weiteren Baum gemacht werden kann.

Bester Fels: Seillänge 3 mit der etwas überhängenden Verschneidung (6c+)

Aber die nächsten Längen entschädigen vollends für die nicht gerade erstklassige erste. Gelboranges Gestein mit Leisten, Schuppen und immer guten Tritten; Verschneidungen und Platten wechseln sich ab. Die Bewertung der vierten (6c+; „abdrängende Verschneidung“) und fünften Länge (7a, „waagrechte Hangelpassage an henkeligen Griffen“) ist ein bischen übertrieben. Spektakulär ist ein weiterer Quergang (Länge 8), der ausgesetzt um einen Pfeiler herumführt. Verlängerbare Exen sind ein Muss in dieser Tour, um den Seilzug zu entschärfen. Andererseits sind die Abschnitte zwischen den gebohrten Ständen auch meist nicht lang (selten mehr als 25m), die Absicherung ist plaisiermäßig top. Seillänge 6 und 7 lassen sich mit 60m-Halbseilen gut zusammenfassen, der Stand von SL 6 ist eh recht weit außerhalb der Linie im Topo eingezeichnet.

Im oberen Teil der Route gibt es zwei mit „A0“ angegebene Stellen, die frei geklettert durchaus im oberen 8. UIAA-Grad angesiedelt werden können. Ist noch genug Power übrig, kann über eine wunderbare, überhängende Sinterwand im unteren 9. Grad (Statt zweier, laut Topo tw. brüchigen 4a-Längen) ausgestiegen werden. Oben angekommen, überklettert man den ersten Zaun und geht im Korridor zwischen diesem und dem parallel laufenden Zaun nach links, und kommt nach 100 Metern auf einen Pfad, der auf die Schotterstraße führt, über die man zum Abstiegspfad ins Laghel zurück gelangt. Ein kleiner Malus dieser tollen Tour: Die Stände sind überwiegend unbequem.

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