Eine Alpensinfonie (8-)

Mit Alfred gestern die 2016 von Ralf Sussmann eröffnete Route “Eine Alpensinfonie”, 8-, E2, 600 Klettermeter, Nordexposition, an der Schönangerspitze hoch über dem Eibsee gemacht.

6:30 – noch nix los auf dem Parkplatz der Zugspitz-Gondel

Von München Südwest aus in 1h10min zum Parkplatz der Zugspitzbahn (€5) und von dort aus über einen wunderschönen Jägersteig, ein Latschenkiefernfeld, einem kurzen Abstieg und erneuten Aufstieg über eine Rinne zum Startpunkt der Tour (ca. 1,5h; Sussmanns Zustiegsbeschreibung ist nahezu perfekt). Wir haben für die 18 Seillängen 7,5h gebraucht, das Abseilen war dann in 2h erledigt. 

Die Route startet mit ein paar leichten, spärlich abgesicherten Längen (Keile/Friends kann man sich sparen; legen lässt sich nicht viel, und wenn, dann ist die Umgebung zu brüchig) im 5. Und 6. Grad über eine Art Vorbau, bis die Wand aufsteilt und dann mehr oder weniger senkrechte Kletterei im 7. bis unteren 8. Grad ermöglicht (9 der folgenden Seillängen 7 oder schwerer). Die Absicherung ab da ist perfekt, der Fels kompakt und rauh, wegen der gescheckten Farbe sind die Haken manchmal nicht so leicht zu erkennen (deswegen v.a. in den ersten SL kleine rote Bändchen an den Haken). Art der Kletterei hauptsächlich “steile Wand mit Leisten”, weniger Reibungskletterei. Zwei mit 7/7+ bewertete Seillängen warten aber auch mit Top-Henkeln und schönen Piazzstellen auf. Die Bewertung fanden wir moderat, alle Vorstiegslängen konnten wir onsighten (bzw. “flashen”; die “Begehungstipps” aus dem Sussmann-pdf sind tw. wichtig (“brüchiges Gestein links” u.ä.), nehmen aber tw auch den Spaß am Onsight). Trotz spätsommerlichen 25 Grad im Tal war es teilweise recht zapfig (kalte Hände). Erst ab 15:00 in den oberen Längen Sonne und tw. beim Abseilen. 

Das Ambiente ist v.a. wegen des grandiosen Ausblicks auf den wunderbaren Eibsee und der krassen Einsamkeit da oben genial – 1h10 min von München weg! Schiebt man sich beim Ausstieg der Tour über den Grat oben und schaut das erste Mal ins Höllental, auf die Zugspitze und den Jubiläumsgrat, ist das schon ein erhebender Moment. Trotz der erstaunlichen Kompaktheit des Felses gibt es immer wieder auch loses Gestein, vor allem im oberen Teil. Das Abseilen ganz oben und in den unteren, leichten Seillängen ist durchaus kritisch wegen Steinschlag, unten sollte man besser den Ersten ablassen (z.B. mit Tube und Exe als Umlenker). Wir würden auf keinen Fall einsteigen, wenn sich eine andere Seilschaft in der Tour befindet, aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering – eine Modetour wird das so schnell nicht werden (O-Ton Alfred) aufgrund des relativ langen Zustiegs, der Länge der Tour selbst und der Schwierigkeiten der einzelnen Seillängen. Kondition, Ausdauer und ein schnelles, gut eingespieltes Team, sowohl beim Standplatz als auch beim Abseilen, sind hier definitiv von Nöten. Alles in allem ist das eine super Tour, der wir noch viele Begehungen wünschen.

Genauere Infos (Topo, Zustiegsbeschreibung) gibt es hier: https://www.nordalpenklettern.lima-city.de/Schoenangerspitze.htm

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