Berchtesgadener: Eisbergwand – Eisbergfieber (8-), Zick-Zack (7)

Gestern, im Frühjahressommer, ein besonderes Schmankerl. Alfred führte Jonas, Felix und mich an die (weitgehend unveröffentlichte) Eisbergwand (Privatgrund!) im Reiteralpe-Massiv in den Berchtesgadenern. Die Routen „Eisbergfieber“ (7+) und „Zick-Zack“ (7) waren unser Begehr, und die haben sich richtig gelohnt.

Alfred kannt alle Routen bis auf wenige Ausnahmen dort schon, daher umso mehr „danke“. Ich ging mit ihm als Seilpartner die Route „Eisbergfieber“, angegeben als 7+ (eher 8-, 7+ obligatorisch), und Jonas und Felix „Zick-Zack“, die sich weitgehend im 6er Bereich abspielt, als letzte SL (von 6) allerdings einen laut Jonas recht schweren 7er Kaminriss hat. „Eisbergfieber“, 6SL, 150m, war eine kleine Sensation für mich, eine tolle Route. Schwere und immer schwerer werdende Plattenstellen, dann überhängende großgriffige Kletterei, kraftig und pumpig, leicht staubig in einigen Löchern, und dann oben eine schöne Wasserrille. E2 (Ernsthaftigkeitsbewertung), ganz ordentliche Hakenabstände teilweise, an ein paar Stellen schon etwas „moralisch“.

Rot: „Eisbergfieber“; Blau: „Zick-Zack“; Routenverlauf nur ungefähr!

Der zweite und der dritte Stand sind mit der Zickzack gemein. Sind die ersten drei Längen noch recht plattig, so wird es spätestens mit der vierten Seillänge steil: erst geht es noch – parallel zur Zick-Zack Route – vom Stand weg links um einen abdrängenden Pfeiler (6; einfach trauen, auch wenn es nicht zu sehen ist – um den Pfeiler ist eine bomben-Kante!). Wo Zick-Zack dann im Quergang nach links ausweicht bricht Eisbergfieber nach oben überhängend aus. Und da muss man ran, ich hab drei Anläufe gebraucht (immer wieder zurück, sich in die Felsnische darunter reinquetschen, schütteln, wieder raus) und bin dann doch noch geflogen – die Nerven. Denn oben geht es dann – zunächst nicht mehr überhängend – eine Rille hoch, schon mit einer Menge Griffe, aber man hängt da so schräg drin, die Griffe drüber sind staubig, für die Füße gibt’s links nur Reibung, und der nächst Haken ist nicht so ganz nah.

Herrschaftzeiten, ich hab dann eine zweite Exe in den Haken gehängt, um die Neven zu beruhigen, und bin’s dann einfach durchgestiegen, trotz der teilweise staubigen Griffe. Weiter oben kurz vor dem Stand wird’s nochmal steiler, aber mit einer genialen Henkelparade. Bissl Ausdauer braucht man. Und auch die letzte Seillänge ist spektakulär, erst erneut einen Riss hoch, dann in eine senkrechte Wand mit scharfen Griffen, und dann rechts rein in die Wasserrille, die schon vom Tal aus zu sehen ist.  3x Abseilen über „Zick-Zack“. Für mich eine der schönsten Touren an der Reiteralpe bis jetzt. Und die Aussicht sucht ihresgleichen.

Und weil’s den Alfred dann so gejuckt hat, haben wir nach der „Eisbergfieber“ auch noch die ersten 5 SL der Zick-Zack gemacht, und oben jeweils 2 SL zusammengehängt, was aber wegen dem Seilzug einfach nicht zu empfehlen ist. War Schmarrn, aber egal.

Alfred in der 8- Platte der „Eisbergfieber“; Foto: Felix Oehl

Foto: Felix Oehl

Jonas, im 2. Quergang der „Zick-Zack“; Foto: Felix Oehl

Jonas im 1. Quergang der „Zick-Zack“; Foto: Felix Oehl

Ein Gedanke zu „Berchtesgadener: Eisbergwand – Eisbergfieber (8-), Zick-Zack (7)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

 Zeichen noch frei