Oder aber über Oberammergau…

Hi climbers,

2016-04-02_Klettern_Oberammergau_11

das ist er, der relativ neue Kletterführer Oberammergau von Robert Heiland. Das Ding liegt schon ein paar Tage in meiner Schublade, und konnte ob des endlich genialen Wetters rausgezogen werden. Mit Roland, Thom, Andi, Jakob und Nico unterwegs, wollten wir uns den Sektor „Kraxentrager“ ansehen, landeten aber ob der zielstrebigen Führung von Andi (der ja schonmal da war!) und gefühlten 300 Höhenmetern langer und schnurgrade nach oben führender steilster Waldbegehung ohne Weg bei der relativ neu eingebohrten „Gamswand“ mit Routen in den unteren bis mittleren Schwierigkeitsgraden.

Wir waren wenig begeistert: ziemlich brüchiger Fels, ständig Steinschlag beim Abziehen der Seile, zu den einfachsten Routen des Sektors (4, 4+, 5+) ein für weniger athletische Kletterinnen und evtl. Kinder brandgefährlicher Zustieg an einem Fixseil mit Knoten (3er Absturzgelände mit Erde und Gesteinsbröseln auf dem Fels), der v.a. beim Abstieg zum Horror werden könnte; hier sollte man unbedingt für jeden Kletterer ein Abseilgerät inkl. Prusikschlinge dabei haben (leider kein Wort davon im Führer), Abseilringe sind da. Helm sowieso obligatorisch. Mir ist ein wenig schleierhaft, wieso man sowas unbedingt einbohren muss.

Wir setzten über zum nahe gelegenen Sektor „Kraxentrager„, den oberen Teil, benannt nach den Oberammergauer Händlern, die im 18. Jh. Holzschnitzgut mit ihren „Kraxen“ transportierten. Hier ein völlig anderes Bild: bester Fels, plattige Kalkklettereien, viele Routen in moderaten Schwierigkeitsgraden, gut eingebohrt im UIAA-Bereich 6 bis 9.

Kraxentrager, oberer Teil

Kraxentrager, oberer Teil

Jakob in "Trödelmarkt" (6)

Jakob in „Trödelmarkt“ (6)

Bester Fels

Bester Fels

Ich versuchte mich an „Salto“ (8-/8), laut Führer eine „Gute Kletterei mit anspruchsvollen Stellen von Anfang bis Ende“. Bei der Bewertung konnte sich der Erstbegeher wohl nicht recht entscheiden (nicht mal in den französischen Graden gibts eine Entsprechung für 8-/8); für mich klar eine 8, auch wenn es durch zwei No-hand-rests und einen Schüttler von der Ausdauer her machbar wird. Die Route hat einen erst boulderigen und dann kraftigen (Klimmzug) Einstieg, nach einem leichteren Teil (No-hand-rests) in der Mitte eine knifflige und interessante Stelle an Untergriffen und einer Mini-Schuppe (zum Clippen) und – nach dem Schüttler – oben einen Folge von guten, sehr weit auseinanderliegenden Griffen mit fast nichts zum Treten – und einem überraschend weiten Hakenabstand. Grade der letzte Teil ist recht moralisch, und man muss trotz der guten Griffe viel Körperspannung aufbauen, damit die Füße von den Mini-Dullen nicht wegrutschen. Ich hab die Route noch nicht im Sack, deswegen ist mindestens ein weiterer Besuch des Kraxentragers obligatorisch ;) Und den unteren Teil haben wir ja noch gar nicht angeschaut.

 

Andi, unterwegs in "Putzlmann" (6+)

Andi, unterwegs in „Putzlmann“ (6+)

 

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Thom tanzt auf der Schuppe („Bua oder Madl“, 7-)

Nico ruht aus ("Trödelmarkt", 6)

Nico ruht aus („Trödelmarkt“, 6)

Me, mit den neuen "Chilis", die mir auch hier nicht so getaugt haben... muss sie wohl noch einklettern.

Me, mit den neuen „Chilis“, die mir auch hier nicht so getaugt haben… muss sie wohl noch einklettern.

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