Pleitewandl

Trotz des nicht so tollen Wetters haben Valentin und ich uns gestern das „Pleitewandl“ bei Oberwössen angesehen. Nach der Zellerwand ist es das zweite „große“ Sportklettergebiet im Achental, von

Oberwössen; an der Seite des markanten Gupfes sind einige Sektoren des "Pleitewandls"

Oberwössen; an der rechten Seite des markanten Lackenbergs sind einige Sektoren des „Pleitewandls“

München aus fährt man ca. eine viertel Stunde länger mit dem Auto.

Vom Parkplatz hinter dem „Gasthaus zur Post“ liefen wir ca. eine halbe Stunde zu den ersten drei Sektoren (weiter oben gibt’s noch mehr). Wir wärmten uns am linken Teil des Hauptsektors in den Routen „1543“ (6, 18m), „Letzte Beute“ (7, 18m) und einer neuen Route zwischen diesen beiden auf, die im Kletterführer von Markus Stadler noch nicht beschrieben war, sich aber ebenfalls im 6er bis 7er Bereich bewegen dürfte.

Pleitewandl: wenig Platz am Wandfuß

Pleitewandl: wenig Platz am Wandfuß

 

Die erste Herausforderung für uns war die „König-Ludwig-Kante“ (7+/8-; 20m), die sich ebenfalls noch im linken Teil des Hauptsektors befindet. Einem kniffligen, bauchigen Einstieg („Aufsteher“ an einem Untergriff) folgt im Mittelteil schöne Kletterei an einer Kante entlang. Oben wird es nochmal kraftig: ein schräger Riss führt zu einer Platte hoch, auf die man sich recht wackelig hochschieben muss. Es ist wie immer: kennt man Griffe und Tritte verliert der Move seinen Schrecken, aber onsight ist die Stelle eine echte Herausforderung, die uns beiden nicht gelang. Ich konnte die König-Ludwig-Kante, die ihre zwei Sterne im Kletterführer wirklich verdient hat, beim dritten, Valentin bei zweiten Versuch rotpunkten.

Kompakter, wunderschöner Kalk

Kompakter, wunderschöner Kalk

 

Anschließend boulderten wir „Fisherman’s friend“ (8+/9-; 20m) im glatten Wandbereich rechts neben der König-Ludwig-Kante aus: eine sehr technische Kletterei im unteren Teil mit winzigen Tritten und Griffen und einer Schlüsselstelle knapp unterhalb des vorhin beschriebenen schrägen Risses. Dort ist der gute Griff, den man mit der linken Hand erreichen muss, während der Mittelfinger der rechten Hand in einem fiesen Ein-Finger-Loch steckt und diese Behandlung mit Schmerzen quittiert. Die Route ist sehr schön und spannend, an einen Durchstieg denke ich momentan noch nicht – schon der untere Teil quält die Finger ganz schön, und der Strom muss bis zur besagten Schlüsselstelle reichen. Valentin dagegen machte sich im zweiten Versuch schon recht gut und stieg (toprope) bis zur Schlüsselstelle durch.

Den Klettertag am Pleitewandl beendeten wir dann mit zwei schönen Klettereien im rechten Teil des Hauptsektors: die Begeisterung über „Leichte Beute“ (7-, 15m) hielt sich noch in Grenzen, während „Sonnenbrille“ (7-, 20m) wirklich schön war (im unteren Teil senkrecht bis leicht überhängend, oben über eine Verschneidung auf eine Platte hinaus) und ihre drei „***“ verdient hat.

Weitere Infos: Die Absicherung der von uns gekletterten Routen im Pleitewandl ist hervorragend, an den Umlenkern waren fast ausnahmslos Sauschwänze zu finden. Der Fels zeigte sich kompakt und selbst in den leichteren Routen kaum abgespeckt. Im Sommer wird es am nach Süden ausgerichteten Hauptsektor des Pleitewandls wohl recht heiß; einige der anderen Sektoren dürften aber zumindest Wandfüße haben, die im Schatten liegen.

Zerklüftete Felsen an der rechten Seite des Hauptsektors

Zerklüftete Felsen an der rechten Seite des Hauptsektors

Vali macht sich fertig.

Vali macht sich fertig.

Valentin in "Sonnenbrille" (7-)

Valentin in „Sonnenbrille“ (7-)

Über diese "Brücke" musst du gehen, willst du zum Pleitewandl oder von dort weg.

Über diese „Brücke“ musst du gehen, willst du zum Pleitewandl oder von dort weg.

Ein Gedanke zu „Pleitewandl

  1. Servus Schorsch,
    wie immer ein schöner Bericht von dir.

    Entschuldige bitte meine spärlichen Rückmeldungen auf deine SMSen, aber ich bin grade in Spanien beim Enduro fahren. Komme erst zum Osterhasi wieder. Melde mich.

    Bergheil und LG
    Tommy

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