Sportklettern in Nassereith

Hi climbers,

heute waren Thomas, Roland (sowie Valentin, Kathi, Basti & seine Freundin) und ich in Nassereith – Sparchet – hinter dem Fernpass kurz vor Imst beim Sportklettern. Von München West aus — wir fuhren um 7:15 los — brauchten wir recht genau eineinhalb Stunden für die ca. 130 km.

Kurzer Zustieg (20 min)

Kurzer Zustieg (20 min)

Für mich war es das zweite Mal in diesem Klettergarten (im Januar 2014 das erste Mal), der Teil des Tiroler „Climbers Paradise“ ist. Die Wände sind gegen Süden ausgerichtet, wir konnten im T-Shirt klettern, bis Nachmittag (ca. 15:00) war Sonne pur. Nassereith-Sparchet ist nicht gerade anfängerfreundlich: nur im Sektor „Eis am Stiel“ sind eine Handvoll 5er-Routen zu finden (im Sektor „Botanischer Garten“ auch 3er und wenige 4er), ansonsten sind überwiegend deutlich schwerere eingebohrt.

Nassereith

Nassereith

Eingerichtet ist der Klettergarten ganz hervorragend. Das beginnt schon am kostenlosen Kletterer-Parkplatz mit beheiztem, sauberen WC, zieht sich über die perfekt hergerichteten Zustiegswege und hört am Wandfuß nicht auf: Fest installierte Holzkladden beherbergen die Namen, Schwierigkeiten und Topos der Routen, an den steileren Stellen wurden Holzpodeste und Stahlfixseile für die Sichernden installiert. Bierbänke laden zum Brotzeitmachen ein. Die Absicherung der Routen ist fast schon übertrieben: für 23 Klettermeter beispielsweise 15 Bolts (Route „Lake of Fire, s.u.).

Unerlässlich in Nassereith ist ein Helm, denn Steinschlag kommt immer wieder vor, wohl ausgelöst durch Gämsen oder andere Tiere in dem Grünstreifen oberhalb der Kletterwände. Meist schlagen die Steine deutlich unterhalb der Wandfüße ein. Dennoch ist es ratsam, sich möglichst nahe an der Wand aufzuhalten, wenn man nicht gerade klettert.

"Kattls Löcher", 5b

„Kattls Löcher“, 5b

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„Hell’s Bells“, 6a

Wir ließen es ruhig angehen und wärmten uns im Sektor „Eis am Stiel“ mit „Kattls Löcher“ (5b/V+, 27m, mit Zwischenstand) auf. Nette Plattenkletterei (wie zu erwarten mit ein paar Löchern) im oberen Teil. Gleich daneben ist der Sektor „Hard Rock“. Dort kletterten wir „Highway to hell“(5b/VI-, 9m), die recht kurz geraten und mit ein paar kraftigen Zügen in einem Riss gesegnet ist. Zwei Routen weiter rechts ließen wir die Glocken in „Hell’s bells“ (6a/VI+, 14m) klingeln, einer sehr schönen, homogenen Route mit einem tollen Einstieg an einer Piazz-Schuppe.

Sektoren "Hard Rock" und "Goldenes Dachl"

Sektoren „Hard Rock“ und „Goldenes Dachl“

Dann war aber Schluß mit aufwärmen: ich probierte „Lake of fire“ (7a/VIII, 23m). Wunderbare Kletterei in bestem senkrechten Fels, anhaltend schwer im unteren Teil (so im VII/VII+-Bereich) und ganz schön pumpig, mit Seitschuppen und guten Leisten und einem No-Hand-Rest nach der ersten schwereren Stelle. Sämtliche Züge lösen sich wunderbar auf, ein Genuß. Weiter oben wird es dann knifflig: nach einer VIII- Stelle gibt es nochmal sowas wie einen Rastpunkt, der aber mangels Tritt für den rechten Fuß und dadurch kaum Stabilität nicht viel bringt. Die nächsten Züge verlangen eine genaue Abfolge, die ich onsight nicht herausbringen konnte und dann ausgebouldert habe. Dennoch bleibt der Schlüsselzug ein rechter Kraftakt: Griffe rechts an einer Zange, die man zuvor ein bischen dynamisch anschnappen muss, links an einer Minileiste in einer Platte; fast das gesamte Gewicht auf der Zange mit rechts, die Füße auf Reibung auf einer strukturlosen Platte unterhalb der Zange hochstellen, den linken Fuß auf einen hüfthohen, guten Tritt; links hoch weitergreifen in zwei Knubbel-Löcher (Daumen unten, Zeigefinger oben), anreißen und das rechte Bein hoch auf einen weiteren guten Tritt (=Schlüsselzug); v.a. der Griff links tut weh und ist alles andere als gut. Ein angechalkter Fingerriss oberhalb der Zange half mir nicht und ich ließ ihn außen vor. Auch wenn man endlich oben steht, geht es noch ein bisschen wackelig, aber machbar weiter bis zu einem vernünftigen Schlussgriff. Leider scheiterte ich zwei Mal am Schlüsselzug, der jeweils gleich danach gelang, nur aus dem Kletterfluss heraus eben leider nicht. Das nächste Mal hole ich mir den Feuersee!

Sektor "Hard Rock", Thomas in "Lake of Fire" (7a)

Sektor „Hard Rock“, Thomas in „Lake of Fire“ (7a)

"Lake of Fire"

„Lake of Fire“

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Ein Gedanke zu „Sportklettern in Nassereith

  1. Hi Georg,
    super, dass Du die Kletterei von gestern so schnell in’s Netz gebracht hast. Insbesondere Deine detaillreichen Hinweise zum Lake of Fire sind echt klasse!
    Roland

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