Klettergarten Wildangerwandl

Hi climbers,

Holger und ich waren am Sonntag am Wildangerwandl im Kaiserbachtal und haben dort ein paar kurze Mehrseillängentouren gemacht.

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Dieses nordseitig ausgerichtete Klettergebiet gegenüber dem Stripsenjoch bietet Routen in allen Schwierigkeitsgraden von sehr leicht (ab 4) bis hin zu 7/7+ mit bester Absicherung. An einem so heißen Tag wie gestern eine ideale Spielwiese, um sich die Finger ein wenig langzuziehen, ohne in der Wand zur Dörrpflaume zu verkommen.

Von München aus fuhren wir über die Salzburger- und die Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Oberaudorf/Niederndorf, dann über Walchsee bis Kössen und dann Richtung Schwendt. In Griesenau Abzweigung ins Kaiserbachtal und die Mautstraße (€ 3,-) hoch bis zum Parkplatz an der Griesner Alm (kostenlos). Der Aufstieg bis zum Wandl dauert eine Deiviertelstunde und bietet grandiose Blicke auf die Wände und Gipfel des nördlichen Wilden Kaisers, z.B. Predigtstuhl, Ellmauer Tor, Fleischbank und Totenkirchl.

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„Gildenpfeiler“ (6+)

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Aufstieg: Blick Richtung Ellmauer Tor

 

Trotz Hitze war die Wand nicht vollkommen trocken, es drückte in einigen Routen immer noch den Regen der vergangenen Woche heraus. Daher begannen wir als erste Tour mit dem nahezu trockenen „Gildenpfeiler“ (6+, 110 Meter, vier Seillängen). Recht nette Kletterei ohne große, aber homogene Schwierigkeiten im 6er-Bereich (Seillängen zwei bis vier). Die ersten beiden Seillängen (3 und 6+)  fassten wir mit unserem 60m-Doppelseil einfach zusammen. Rechts vom Gildenpfeiler sind viele leichte Touren, die auch recht bevölkert waren; im linken Teil der Wand war außer uns nur noch eine Seilschaft unterwegs.

Holger

Holger

Abseilen, bisschen Brotzeit machen, dann die nächste Tour: wir wagten uns an die schwierigste und zudem nasse Route im linken Teil des Wildangerwandls heran, den „Wildanger Highway“ (7+, 110m, zwei Seillängen). Der Einstieg tatsächlich noch im dreckigen Schnee, der letzte Fleck  am oberen Rand des Kars. Klettern_Wildangerwandl_climbim_2014-07-06_005Aufgrund der langen Seillängen empfiehlt der Führer 19 Exen. Die Route beginnt plattig im 5er und 6er Bereich, quert einen Riss und schiebt sich über weitere Platten mit der Schlüsselstelle (7+) auf ein Band nach oben. Dort war noch alles trocken und griffig. Das Seil reichte gerade so bis zum Stand, den Holger zudem ein wenig suchen musste. Der anschließende Weg führte über einen teilweise nassen Pfeiler mehr oder weniger senkrecht nach oben. „Des geht scho“, meinte ich auf Holgers Nachfrage, ob wir uns das geben sollten – und tatsächlich, es ging. Schwierigkeit dort so 7, später 7-, der Fels aber so griffig und gut, dass die Nässe überraschenderweise nicht viel ausmachte. Beim Abseilen hatte ich mir die Schuhe (die superengen Katana) ausgezogen, und das herabfallende Seil drückte irgendwie so gegen meinen Fuß, dass ich mir knapp oberhalb der Ferse eine Wunde holte; möglicherweise sind immer noch ein paar Blutflecken in der Tour.

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Georg in „Plaisier“ (6-)

Nach Verarztung (1. Hilfe Set immer dabei) konnte ich trotzdem weiterklettern, unsere letzte Tour war „Plaisier“ (6-, 105 m, vier Seillängen), und der Name war Programm: herrliche, einfache und abwechslungsreiche Kletterei, schon ein wenig abgespeckt (mit einer dadurch nicht ganz einfachen Stelle in der plattigen ersten Seillänge), aber ideal zum Ausklettern eines schönen, perfekten Klettertages im Wilden Kaiser.

Heiße Abseilgeräte im letzten Schnee

Heiße Abseilgeräte im letzten Schnee

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