Kochel: Kienstein

Hi climbers,

gestern waren wir zu viert zum Sportklettern am Kienstein in Kochel – Valentin, Jan, Thomas und ich. Spät in München losgefahren (14:30), aber momentan ist es ja maximal lange hell. Die Baustellen auf der Garmischer Autobahn nervten etwas, Stau hatten wir aber nicht. Schon von der Autobahn kann man den Kienstein erkennen, eine dreieckige Felswand, die aus dem Wald oberhalb von Kochel ragt. Der Zustieg vom Parkplatz am See aus (gegenüber der Firma Dorst auf der Straße Richtung Kesselberg) dauert gut 30 bis 40 Minuten, was den meisten wohl zu viel ist – wir waren dort oben völlig allein. Das mag auch an den gebotenen Routen und deren Schwierigkeitsgrade liegen: Am Kienstein gibt’s nix unter 6+, das meiste ab „7+“ und höher. Ist ja nicht so, dass es keine Kletterer gibt, die diese Schwierigkeitsgrade meistern, aber viele wollen eben aus dem Auto fallen und sofort zum Klettern beginnen können.
Sonnenuntergang hinter'm Kochelsee

Sonnenuntergang hinter’m Kochelsee

Kienstein, Sektor "508"

Kienstein, Sektor „508“

Wir gottseidank nicht, und so konnten wir das Ambiente am Kienstein genießen, der Wandfuß ist toll hergerichtet – Kohlereste deuten drauf hin, dass dort auch mal übernachtet und ein Feuerchen gemacht wird. Unten kommt nur wenig Sonne durch, was an einem warmen Tag wie gestern ein Segen ist. Weiter oben kommt man in den Routen am Sektor „508 links“ aber in der prallen Sonne schon ganz schön ins Schwitzen. Tom und ich wärmten uns in „Sabbelspur“ (7-) auf (*), mit einem kniffligen Einstieg, der die Türe schonmal deutlich aufgehen lässt, wenn man die Füße und den Schwerpunkt nicht wirklich gut positioniert. Beim zweiten Versuch dann rotpunkt. Valentin und Jan versuchten sich an „Wakantanka“, eine lange, immer leicht überhängende Route komplett im Schatten, Schwierigkeit 8+/9-. Mein Highlight war die Route „Grubenkiffer“ (8-, unten 6+). Der erste Haken ist nach einem kraftigen Einstieg kocheltypisch recht weit oben, dann kommt lange nix und dann eine Schlinge. Diese ist uralt und mit Vorsicht zu genießen: Das Seil um eine Sanduhr ist an einer Stelle fast durchgewetzt und gehört dringend ausgetauscht. Ein mitgebrachter 0,4er-Friend, versenkt in eine hohl klingende Schuppe, entschärfte die Situation etwas – ob er oder die Schuppe gehalten hätten, sei mal dahingestellt. Weiter oben geht die Tour dann in eine fast senkrechte Platte über, die wirklich knifflig ist, zwar mit ein paar guten, z.T. sehr scharfkantigen Zweifingerlöchern, aber zum Treten sind oft nur mikroskopische Leistchen vorhanden. Eine rechte Zitterpartie da hoch, wirklich herausfordernd, mit einer (für mich) zwingenden Griff-/Trittkombination. Beim dritten Versuch gehörte die Route dann mir, ebenso Jan (2. Versuch).
Jan probiert "Wakantanka" (8+/9-)

Jan probiert „Wakantanka“ (8+/9-)

 Links vom Sektor „508“ und dem Kochelsee zugewandt ist der Sektor „Sunset Boulevard“, und der machte seinem Namen alle Ehre: Tom und Valentin gingen noch die gleichnamige Route, kurz vor Sonnenuntergang, dem wir dann zu viert dort oben beiwohnen durften. Wieder unten

sprangen wir noch kurz in den Kochelsee (brrrr, saukalt) und genehmigten uns ein Eis im Eiscafe am Platze gegenüber der Schmied-von-Kochel-Statue. War ein wunderschöner Tag, der Kienstein ist einen (und zukünftige) Besuche wert.

Ein paar mehr Fotos gibt’s hier.
Sportlichen Gruß,
Georg
(*) die Routennamen am Kienstein können einem schonmal den Herpes am Mundwinkel raustreiben: „Arschkriecher“ (7); „Hängender Leuchtpräser“ (9); „Analstahl“ (10/10-) [auch die Band vom Kochel-Stier Toni Lamprecht heißt wohl so]; „VQ (Vaginal Qual“) (10+); „Toilet“ (8-); „Urinator“ (9); „Urinstein“ (7+)… *würg*

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