Drei Sportklettergebiete mit Südausrichtung in drei Tagen

Hi climbers,

hab’s bei diesem grandiosen Wetter tatsächlich geschafft, drei Tage hintereinander in drei verschiedene Sportklettergebiete rund um München zu fahren. Freitag morgen wollte ich – mangels Seilpartner – ausschlafen und lag noch im Bett, da klingelte das Telefon und Manu rief an. Sie hätte frei und ob ich Lust und Zeit… logn! Wir fuhren an die „Zellerwand“ nahe Marquardtstein, eine ausgedehnte Wand mit Süd-Ausrichtung, ca. 100 km von München Weg bis zum Chiemsee und von da Richtung Marquardtstein. Topos und Routen gibts im Führer „Out of Rosenheim“ (alt), jetzt im 1. Band, nachdem der Autor Markus Stadler zwei Bände draus gemacht hatte (einmal €30 = €30, 2x €30 = :-D ). Kurzer Zustieg (ca. 25 min) vom Parkplatz am Campingplatz Zeller See aus. Eine tolle Wand mit mehreren Sektoren und überwiegend gutem Fels (trotzdem lohnt es sich immer wieder, verdächtige Brocken abzuklopfen – man weiß ja nie). Viele der Routen sind richtig lang, 20 und mehr Meter, ein 60 Meter Seil ist anzuraten. Von den Schwierigkeitsgraden her recht ausgewogen, die meisten Routen sind im 7er-Bereich, aber auch 5er und 6er gibt es, und schwerere sowieso. Ein paar Routen waren gesperrt wegen brütender Vögel, und tatsächlich kreiste ein Kohlrabe unablässig über unseren Köpfen und schimpfte runter.
Auf dem Weg zum "Ramserer Stoa"

Auf dem Weg zum „Ramserer Stoa“

Am Samstag dann ging’s mit Thomas erneut nach Kochel, diesmal an die Wiesenwand. Zustieg 5 Minuten um die Wiese rum, und im Gegensatz zur benachbarten Keltenwand gibt es an der Wiesenwand mehrere Routen in leichteren Schwierigkeitsgraden als 7. Leider ist der Kochel-Führer, den ich vor einem Monat erstanden hatte, offenbar schon wieder outdated – und irgendjemand meinte, es komme Mitte des Jahres ein neuer raus, gnah (€30 :-/ ) Für einen Samstag bei bestem Wetter war es an der Wiesenwand gar nicht so voll, wir hatten immer genug Auswahl an Routen. Nach dem Klettern noch ein Bier an der Tanke in Kochel gekauft, an den See gesetzt und in die untergehende Sonne geschaut – wie Urlaub.
Auf dem Weg zum "Ramserer Stoa"

Auf dem Weg zum „Ramserer Stoa“

Sonntag: Ramserer Stoa. Dabei: Thomas, Diana, Susn und Matthias. Der Ramserer Stao ist ein noch junges Klettergebiet im Wald oberhalb von Oberaudorf im Inntal. Ca. 90 km Fahrt von München aus, nach Oberaudorf, dann am Luegsteinsee vorbei und hoch in die Mühlau, eine Art Hochplateau unterhalb des Brünnstein, wo’s wirklich nett ist und weitgehend unverbaut, durchzogen von kleinen Bächlein, nur ein paar Höfe hier und da. Der Stoa war erstmal gar nicht so leicht zu finden, wir sind erstmal vom Parkplatz aus gleich nach oben (und Süden) gelaufen, aber richtiger ist zurück und dann am Ramserer Hof vorbei Richtung Hocheck. Zustieg ca. 30 Minuten. Die Kletterei dort ist eine ganz andere Nummer als in der Zeller- oder Wiesenwand. Kompakter, plattiger Kalk mit Löchern und kleinen bis mikroskopischen Leisten. Fußtechnik ist gefragt, überall. Wir haben uns nur im Sektor A (B und C gibts noch) rumgetrieben (B und C: 8er und 9er), und da ganz links bei den

Thomas probiert die Platten am Ramserer Stoa

Thomas probiert die Platten am Ramserer Stoa

leichtesten und kürzesten Routen angefangen. Ich stieg in eine 6-, vielleicht 7 m hoch, ein, und kam nach den ersten Zügen erstmal null weiter. Geneigte Platte, von den letzten guten Tritten aus nix zum Stehen und noch weniger zum Greifen. Das soll eine 6- sein?! Krasse Bewertung… irgendwann schaffte ich den Zug, und die letzten zwei waren pillepalle. Und das zog sich durch fast alle anschließenden Routen: Meist gibt es (oft im unteren Wandteil) einen Schlüsselzug / Boulderstelle, und wenn die geschafft ist, geht es leichter weiter. Die meisten Routen sind wahrlich leicht bewertet und schwer zu klettern. Erst später erfuhr ich von einem Local (die allesamt sehr nett waren), dass die „6-“ vom Anfang neu, daher nicht im Führer und eigentlich eine 7+ war. Die 7- am Ramserer Stoa sind meist onsight machbar (für mich), aber anspruchsvoll; Hakenabstände z.T. ordentlich weit. An einer 7 („Agrarökonom“) bin ich später am Tag gescheitert, ich hab den Schlüsselzug (wieder so ein Ding) nicht hingekriegt, winzige Leisten nach einem Bauch, an denen man sich hochziehen muss, die Finger tun höllisch weh, und nichts richtig zum treten … argh. Richtig geile Routen und unbedingt zu empfehlen: „Lücke gefüllt“, 7-, tolle Kletterei über einen Bauch und oben ein diffiziler Quergang. Und „Bauerntrick“, 6+, fast alpin anmutend, mit kaminartigem Einstieg, eine Querung, und oben einer plattigen Platte. Sowas gibt’s in keiner Kletterhalle!!! Die Umgebung rund um den Stoa ist wunderschön, ein toller Wald, ein angenehmer Wandfuß, und die Sonne kam auch gut durch. Das Zurücklaufen durch die Mühlau zum Auto war ein Genuß, und das Bier in der Sonne im Cafe Dörfl ebenso. Ramserer Stoa muss demnächst unbedingt wieder sein!

A Helles in der Sonne nach'm Klettern - was gibt's Schöneres?!

A Helles in der Sonne nach’m Klettern – was gibt’s Schöneres?!

Macht’s es gut, bis bald am Fels oder Plastik :-)

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