Alpawand: „Bühlerweg“ (8-)

Hi climbers,

schonwieder Alpawand? Ja, da gibt’s ja auch 11 Touren (laut des Kletterführers von Brüderl und Amann, den Einbohrern dieser wunderschönen Wand). Nach „Wassersymphonie“, „Earth and Heaven“ und „Querulanten“ bzw. „Der Sonne entgegen“ ging ich mit Bruno letzten Sonntag den „Bühlerweg„. Ein paar Fakten:

Schwierigkeit: 8- (eine Stelle), fünf Passagen 7, meist 6 bis 7- (7- obligatorisch); Klettermeter: 400; Seillängen: 14

Diese Tour wird pro Jahr im Schnitt nur sieben Mal begangen, wir hatten laut Wandbuch die 70 Begehung seit 2006. Unglaublich geile Seillängen. Definitiv meine schönste Route an der Alpawand bislang. Und fast immer frei und ohne Seilschaften, denn die tummeln sich alle in den Modetouren „Wassersymphonie“ und „Best of Genuss“.

Von der Schwierigkeit her ist die Bühler max. 7+. Die 8- Stelle in der siebten Seillänge ist keine, fanden sowohl Bruno als auch ich. Spannende Kletterei, viele Verschneidungen. Von den 14 SL sind mind. 10 absolute Spitze und Genuss.

Richtig ausgesetzt und Steil wird es dann in der „Headwall“, das ist ein wenig psycho, obwohl nur 7 und dann 6+. Gut abgesichert, aber nicht übertrieben – so alle drei Meter ein Haken im Schnitt. Keile und Friends kann man getrost daheim lassen. Bruno war n bissl angeschlagen, wir haben 8h gebraucht für die 14 Seillängen. In der „Wasser“ und „Genuss“ waren wieder mehrere Seilschaften, sogar zwei in der benachbarten „Rausch“; wir waren ganz allein.

Ein bischen unverständlich, dass im Topo von Amann und Brüderl steht: „Sie [die Route] zerfällt in einen nicht ganz so schönen unteren Teil (6 SL) und einen genialen oberen Teil„. Wir fanden den unteren Teil ebenso richtig, richtig schön. Zwar geht es auf den ersten Metern zunächst los wie bei einigen Alpawand-Touren – durch brüchiges Gelände des Vorbaus. Aber irgendwie haben es die Erstbegeher geschafft, sich den schönsten Weg da durchzusuchen, und der Bruch hält sich in Grenzen.

Schon die erste Seillänge bietet eine spannende, gut zu kletternde 6er-Verschneidung. Nach einer eher unspektakulären Platte wartet die dritte Seillänge mit einer kniffligen Schlüsselstelle an einem Bauch auf, die ich eher 7+ als 7 (wie im Topo) eingestuft hätte. In der vierten Seillänge überwindet man an großen Griffen eine überhängende Verschneidung. In der fünften Seillänge quert man unter einem Wulst schräg nach oben, gut 7, eine sensationelle Seillänge! In der sechsten, plattigen Seillänge gibt es einen interessanten Untergriff-Aufsteher; mit Eindrehen nach links kommen normal große Kletterer an den guten Henkel (7+). Die siebte Seillänge: 45 Meter lang purer Genuss, unten soll die „8-„-Stelle sein, aber mit dem oberen siebten Grad ist die Platte, die dann weiter oben in eine Verschneidung mündet, gut bewertet. Achte Seillänge: Boulderiger Start, bei dem sich große Menschen leichter tun; ein Klimmzug und Auf-Reibung-Antreten-Können helfen hier. Anschließend Genusskletterei an Wasserrillen und rauhen Löchern. Die nächste (9.) Seillänge (7-) fällt etwas ab in der Qualität und endet kurz vor dem grasigen Band, auf dem sich üblicherweise Seilschaft um Seilschaft die „Holländer“ (einfachste Alpawand-Tour) hinaufrobbt. Nach Querung des Bandes und einer Verbindungsseillänge geht es dann endlich in die „Headwall“, die nochmal drei weitere Seillängen vom Allerfeinsten bietet. Richtig ausgesetzt, ordentlich psycho für den Kopf, und man sollte auf alle Fälle noch Power und Ausdauer haben, um diese „Weltklasse-Seillängen“ (Amann & Brüderl) genießen zu können. Die Ausstiegsseillänge dann ist ordentlich brüchig und nicht mehr wirklich schön, aber das macht nach so einer Tour nun wirklich nix. Oben am Ausstieg auf dem gebogenen Ast eines Baumes sitzend, mit einer genialen Aussicht, sichert man den Kameraden herauf und denkt sich nur noch: Wahnsinn, was für eine schöne Tour! Ein riesengroßes Dankeschön an die Herren Brüderl und Amann!

Leider gibt’s keine Fotos von der Tour – ich hatte zwar die Kamera dabei, aber die Speicherkarte war im Notebook. Egal, die „Bühler“ wird sowieso nochmal wiederholt.

Auch andere sind unserer Meinung: http://www.karwendler.at/aktuelles/berichte0812/buehlerweg.html


 

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