Obere Diesbachwand: „Fiehrerweg“ (VII+)

Hi climbers,

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Climbers welcome: Parkplatz reserviert für Kletterer!

kaum ist die Wiesn, wird das Wetter gut und man kann wieder klettern. Also gleich das zweite Wiesnwochenende ausgenutzt und erneut an die Obere Diesbachwand gefahren, mit Till als Seilpartner. Wir hatten uns die Klettertour „Fiehrerweg“ herausgesucht, eine Route links von „Simon 2000“. Und die stellte sich tatsächlich als deutlich schwerer und „ernsthafter“ als die am letzten Wochenende begangene Simon 2000 heraus, allerdings leider auch botanischer: in zwei der sieben Seillängen nerven die Grasbüschel doch recht.

Die Route scheint weniger begangen zu sein als ihr Nachbar Simon, zu erkennen an den „beschlagenen“ Haken und den teilweise „eingestaubten“ Griffen. Schon der erste Haken ist recht weit oben, und die Hakenabstände sind teilweise nicht mehr wirklich plaisiermäßig. Ab der ersten Seillänge bekommt man einen Vorgeschmack auf die anhaltende Plattenkletterei, die folgt. Die ersten zwei Seillängen sind nicht schwer (VI- bzw. VI), aber spätestens mit der dritten (VII+) ist Schluß mit lustig: eine knifflige Querung, mit anschließender fast senkrechter Platte, die enorm gute Fußtechnik und hohes Antreten verlangt. Richtig gute Henkel gibt’s da nicht mehr, und man zittert sich recht nach oben, inklusive Klimmzug mit Sosolala-Griff an der Schlüsselstelle.

Nebel im Tal, oben schon Sonne; Blick Richtung Saalfelden

Nebel im Tal, oben schon Sonne; Blick Richtung Saalfelden

 

Die vierte Seillänge ist mit VI und VII- angegeben, die fünfte soll eine VI- sein. Diese Bewertung kann ich nicht nachvollziehen: gleich nach dem Stand der vierten Seillänge gibt es einen Bauch, der oben nur winzige Griffe aufweist (Schlüsselgriff: Zweifingerloch rechts) und bei dem es schon einigen Mut erfordert, sich hochzuschwingen und den linken Fuß auf eine kleine Leiste zu setzen und zu vertrauen, dass der Fuß dort schon hält. Diese Stelle würde ich mit mindestens VII, wenn nicht gar VII+ bewerten; abgesichert ist sie sehr gut, und die Versuchung wohl groß, sich an der Exe hochzuziehen.

Insgesamt eine durchwachsene, nicht leichte Tour, mit einer tollen Schlüsselseillänge und komischer, tendenziell untertriebener Bewertung. Die Diesbachwand war heute (Sonntag) an diesem Traumtag erneut ohne weitere Seilschaften – die waren wohl alle auf der Wiesn.

"Fiehrerweg": im Jahr 2000 von vier "Bergfiehrern" erstbegangen; Routenverlauf nur ungefähr!

„Fiehrerweg“: im Jahr 2000 von vier „Bergfiehrern“ erstbegangen; Routenverlauf nur ungefähr!

 

2 Gedanken zu „Obere Diesbachwand: „Fiehrerweg“ (VII+)

  1. Hi Georg,
    mit großem Interesse verfolge ich deine / eure Einträge hier bzw. bei den munichclimbers, da ich mir dabei immer wieder gute Informationen zu Klettertouren holen kann.
    Jetzt muss ich mal was fragen zum „Fiehrerweg“, auch wenn es bei Dir schon wieder ein Jahr her ist, und bei mir zwei Jahren, dass ich oben war. Ich bin die Tour vor vielen Jahren das erste Mal gegangen. Deine Einschätzung bzgl. Plaisirmäßigkeit in der 1. SL teile ich und oben war es schon knifflig, ja, auch wenn ich da keine genaue Erinerung mehr daran habe. Vor zwei Jahren wollte ich dann eben die Tour mit einer Freundin wieder gehen, aber dieser Felsausbruch hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir kamen vom ersten Stand nicht weiter. Es war schon bis dahin ein wenig heikel, finde ich (brüchig). Aber wie seid ihr dann vom 1. Stand weitergekommen (2.SL)? Steckt da jetzt wieder was? Wir kamen nicht weiter. Weder links rum über die (abgestürzte) Rampe (original war ja hier so ein links-rechts-Schlenker, erster Haken relativ weit weg), schien uns zu heikel weil noch brüchiges Zeug und kein Haken (Standsturz-Gefahr), und geradeaus soweiso nichts zu machen, zu schwer. Wie habt ihr das dann gemacht? Steckt da jetzt wieder was?
    Wir sind dann den Spinnentanz gegangen…
    Danke schon mal im voraus für Deine Antwort und schöne Grüße,
    Stefan

    • Servus Stefan,
      uff, das ist wirklich schon ein bischen her – wir sind den „Fiehrerweg“ nach dem Felsausbruch gegangen, sieht man ja auch an meinem Foto, wo ich den Routenverlauf ungefähr eingetragen habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Wegfindung nach der 1. Seillänge schwierig war. An richtig brüchig kann ich mich auch nicht erinnern. Wir sind damals rechts neben dem Ausbruch hoch, und oberhalb des Ausbruches muss der 1. Stand gewesen sein, jedenfalls nach Topo. Danach kommt eine plattige Querung nach rechts. Wenn ich mal wieder oben bin (der „Mistkäfer“ ist so mein nächster Plan), dann schau ich mir die ersten 2 SL vom Fiehrerweg nochmal an, wenn es sich ausgeht. Sorry, das ich nicht mehr helfen kann at the moment.
      Georg

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