Obere Diesbachwand: „Simon 2000“ (VII-)

Hi climbers,

zwischen Lofer und Saalfelden in Tirol befinden sich bei Weißbach die nach Süden und Südosten ausgerichteten Diesbachwände. Das Schönwetterfenster zwischen den Regentagen letzten Freitag nutzend, nahmen Holger und ich uns eine Mehrseillängen-Tour in der „Oberen Diesbachwand“ vor, die auf ca. 1400 m beginnt und sich über 200 bis 300 Höhenmeter nach oben erstreckt. Von Holzkirchen bei München aus fuhren wir rund eineinhalb Stunden über die Salzburger Autobahn bis zum Chiemsee, Abfahrt Richtung Inzell und via Lofer auf der „Pinzgauerstraße“ ins Weißbachtal. In Weißbach gibt es direkt neben Straße und Bushaltestelle einen Parkplatz extra reserviert für Kletterer, auf dem sich kein anderes Auto befand.

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Zustieg, die unteren Dießbachwände sind schon zu sehen

Zustieg, die unteren Dießbachwände sind schon zu sehen

Über einen schönen Waldpfad ging es rund eine Stunde recht steil nach oben, vorbei an der imposanten „Unteren Diesbachwand“, die mit ihren Dächern und Überhängen vor allem Routen höherer Schwierigkeitsgrade (9- und mehr) beherbergt. Die Obere Diesbachwand ist weniger steil. Dort sind rund ein Dutzend Mehrseillängentouren zu finden, von denen fünf mit VII+ und weniger bewertet sind (der Rest im VIIIer-Bereich). Da Holger und ich durch unsere Urlaube wenig trainiert hatten in der letzten Zeit „begnügten“ wir uns mit der Route „Simon 2000„, die zwei Stellen mit VII- aufweist, sich ansonsten aber weitgehend im VIer-Bereich abspielt. Die Wahl fiel auch deshalb nicht schwer, weil „Simon 2000“ im Kletterführer als „die vielleicht schönst Route in der oberen Diesbachwand“ bezeichnet wird. Der Einstieg ist mit einer kleinen Metalltafel und dem Namen der Route gekennzeichnet, was auch das Finden der – ungekennzeichneten – anderen Routen in der Wand erleichtert.

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Untere Dießbachwand: Imposante Dächer, schwierige Klettereien

Und „Simon 2000“ hielt, was der Führer versprach: Sieben Seillängen mit ca. 170 Klettermetern in bestem, nicht im geringsten abgespeckten Fels, die meiste Zeit über kompakte Platten, aber auch mit ein, zwei kleinen überhängenden bzw. bauchigen Stellen. Klettern_ObereDießbachwand_web_003aIn der vierten und fünften Seillänge gab es eine lange, sehr schöne und nicht schwierige Querung (VI), die wir in einer Seillänge zusammenfassten: ansonsten hätten wir in der 4. SL einen deutlichen

Platten für Holger (3. SL)

Platten für Holger (3. SL)

Knick und viel Seilreibung gehabt. Als Ausstieg wählte Holger „aus Versehen“ die letzten beiden Seillängen (VI und VI+) der Nachbarroute „Fiehrerweg“, und da er den Stand nach der vorletzten Seillänge nicht gefunden hatte, wurden kurzerhand auch diese beiden mit dem 60-Meter-Doppelseil zusammengefasst, was auf den letzten Klettermetern hohe Seilreibung für Holger bedeutete. Mit drei Mal Abseilen waren wir wieder unten am Fuß der Wand und genossen die letzten Sonnenstrahlen bevor sich die Obere Diesbachwand vor die Sonne schob (oder umgekehrt :-). Insgesamt hatten wir viereinhalb Stunden gebraucht, und da Holger um 19:00 wieder in München sein musste, verzichteten wir auf einen weiteren Einstieg in eine andere Route. Den ganzen Tag hatten wir keine anderen Kletterer zu Gesicht bekommen; und in dieser Wand zu klettern war ein echter Genuß, der bald wiederholt werden sollte, sobald das Wetter es wieder zulässt.

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In der Querung (4. und 5. SL)

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Querung unter Dächern

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Querung

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letzte Seillänge (der Nachbarroute „Fiehrerweg“)

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Die Schmetterlinge begleiteten uns die ganze Tour über (hmmmm, lecker Salz!)

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